Ich bin wütend. Punkt.
Heute Morgen bin ich durch meine Straße gelaufen.
Eigentlich nichts Besonderes.
Und doch hat mich etwas getroffen.
Da ist dieses Haus.
Ein altes Haus. Vielleicht marode. Sicherlich nicht perfekt. Ein Haus, in das man Geld, Zeit, Handwerk und wahrscheinlich ziemlich viel Liebe stecken müsste.
Aber für mich ist es nicht einfach irgendeine Immobilie.
In diesem Haus befindet sich einer meiner Lieblingsorte.
Ein kleines Café am Rande der Welt.
Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen.
An dem Kaffee getrunken, geredet, gelacht, gearbeitet und geträumt wird.
Ein Ort, der Dinge unterstützt, die sich andere vielleicht gar nicht erst anschauen würden, weil sie sich finanziell nicht „lohnen“.
Und genau deshalb liebe ich diesen Ort.
Jetzt soll das Haus verkauft werden.
Und vielleicht kommt ein Investor. Vielleicht sieht er nicht das, was ich sehe. Vielleicht sieht er Quadratmeter. Grundstückswert. Rendite. Potenzial.
Vielleicht reißt er es ab.
Und wisst ihr was?
Ich bin wütend.
Nicht auf diesen Investor.
Nicht auf irgendeine Institution.
Nicht auf „die Reichen“.
Nicht auf irgendeine politische Richtung.
Ich bin einfach wütend.
Punkt.
Denn ich sehe etwas, das mir Angst macht.
Ich sehe, wie Häuser immer teurer werden. Wie Besitz sich konzentriert. Wie Menschen mit Kapital leichter an noch mehr Kapital kommen, während andere trotz Arbeit kaum noch die Möglichkeit haben, etwas Eigenes aufzubauen.
Und irgendwann entsteht daraus mehr als wirtschaftliche Ungleichheit.
Es entsteht Distanz.
Eine gesellschaftliche Kluft.
Und genau diese Kluft tut mir weh.
Vielleicht ist das der Grund für meine Stiftung
Ich weiß noch nicht genau, wie.
Das möchte ich ganz offen sagen.
Ich habe gerade keinen perfekten Businessplan für eine bessere Welt in der Tasche.
Ich habe einen Gedanken.
Eine Sehnsucht.
Eine Vision.
Und Wut.
Aber vielleicht reicht das für den Anfang.
Denn meine Antwort auf diese Wut soll nicht noch mehr Wut sein.
Meine Antwort soll Menschlichkeit sein.
Mein Hebel soll Handwerk sein.
Mein Hebel soll Gemeinschaft sein.
Mein Hebel soll Synergie sein.
Mein Hebel soll dieses verdammt einfache Wort sein:
gemeinsam.
Und vielleicht auch Altruismus.
Nicht als romantische Endstation, in der wir so tun, als würde Geld keine Rolle spielen.
Sondern als Beginn einer neuen Beziehung zu Geld.
Einer kleinen Revolution.
Oder besser:
einer Re-Love-ution.
Was wäre, wenn Geld wieder dienen würde?
Ich möchte Geld nicht verteufeln.
Im Gegenteil.
Ich möchte lernen, Geld als das zu betrachten, was es sein kann:
Energie.
Eine Ressource.
Aber eine zweitrangige.
Denn an erster Stelle steht für mich das Leben.
Der Mensch.
Die Gemeinschaft.
Die Natur.
Das Handwerk.
Die Liebe.
Und ich möchte Geld benutzen, um genau diesen Dingen wieder Raum zu geben.
Vielleicht können wir Orte erhalten.
Vielleicht können wir Häuser retten.
Vielleicht können wir Menschen unterstützen.
Vielleicht können wir Räume schaffen, in denen nicht zuerst gefragt wird:
„Was bringt uns das finanziell?“
Sondern:
„Was bringt das dem Leben?“
Ich will mit euch etwas kreieren.
Ich möchte das Leben zurückholen.
Ich möchte Verbundenheit mit dem Leben.
Verbundenheit mit der Liebe.
Verbundenheit mit unserem Fühlen.
Und ich möchte herausfinden, was passieren kann, wenn Menschen beginnen, einander wieder zu vertrauen.
Altruismus wird lebendig – durch dich.
Deshalb starte ich einen ersten Versuch.
Keinen Millionenfonds.
Keine riesige Stiftung.
Erst einmal einen kleinen Anfang:
10.000 Euro.
Das ist das erste Ziel meines GoFundMe-Spendenaufrufs.
Und ich möchte dir etwas sagen:
Mir ist bewusst, was ich von dir verlange, wenn ich dich um eine Spende bitte.
Geld fällt nicht vom Himmel.
Du hast dafür gearbeitet.
Du hättest damit etwas für dich kaufen können.
Du hättest es sparen können.
Du hättest es deiner Familie geben können.
Und wenn du dich entscheidest, einen Teil davon dieser Vision anzuvertrauen, dann nehme ich das nicht selbstverständlich.
Ich nehme es demütig an.
Vielleicht gibst du einen Cent.
Vielleicht zehn Cent.
Vielleicht fünf Euro.
Vielleicht 100 Euro.
Vielleicht 500.
Die Höhe entscheidet nicht über den Wert deiner Geste.
Jeder Cent zählt.
Und für jeden einzelnen bin ich dankbar.
Ich verspreche dir keine perfekte Welt.
Ich verspreche dir nicht, dass ich bereits alle Antworten habe.
Ich kann dir nur sagen:
Ich werde es versuchen.
Du hilfst mir.
Und ich versuche damit, uns zu helfen.
Vielleicht beginnt eine Stiftung genau so.
Nicht mit einem perfekten Gebäude, einem Millionenvermögen oder einem fertigen Konzept.
Sondern mit einem Menschen, der morgens durch seine Straße läuft, ein altes Haus sieht und plötzlich denkt:
Nein. Ich möchte nicht einfach nur dabei zusehen.
Also beginne ich.
Mit einer Vision.
Mit 10.000 Euro.
Mit euch.
Und mit der vielleicht naivsten und gleichzeitig wichtigsten Hoffnung überhaupt:
Dass wir uns wieder daran erinnern, dass wir nicht getrennt voneinander sind.
Dass Geld uns dienen darf.
Dass Gemeinschaft stärker sein kann als Gier.
Und dass Liebe nicht nur ein Gefühl sein muss.
Liebe kann etwas bauen.
Lasst uns diese Re-Love-ution beginnen.
Nicht irgendwann.
Jetzt.
In Liebe
Gabriel
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